Deutschland gehört zu den größten Trinkwasserverschmutzern in der EU. Die Nitrat-Grenzwerte sind bei über der Hälfte aller deutschen Messstellen erhöht und Brüssel warnt massiv vor den Krebsgefahren durch Nitrat. Nitrit selbst ist giftig und an der Bildung der krebserregenden Nitrosamine beteiligt. Chemisch ist die Umwandlung von Nitrat zu Nitrit eine Reduktion, die von der Nitratreduktase durchgeführt wird, einem in vielen Bakterien und Pilzen vorkommendem Enzym. Ablagerung von Nitrit in den kleinsten Gefäßen, den Kapillaren, können Durchblutungsstörungen verursachen.

Ursache sind vor allem die Massentierhaltung und deren Abfallprodukte.

Kot und Urin aus der Massentierhaltung gefährden unser Wasser, denn diese Gülle wird auf die Felder gekippt und sickert ins Grundwasser. Aber auch in der Nähe von Biogasanlagen werden besonders oft die Grenzwerte überschritten. Die Zahlen sind dramatisch: Der Nitrat-Grenzwert wird in der Hälfte aller Messstellen in Deutschland nicht mehr eingehalten. Dabei kann der Stoff beim Menschen Krebs auslösen.

Zu viel NitratIn den roten gebieten wird der zulässige Nitratgrenzwert (50mg/L) nicht mehr eingehalten!

Und das meinen die Experten:

Prof. Heidi Foth, Umwelttoxikologin, Universität Halle-Wittenberg

Heidi Foth berät die Bunderegierung in Umweltfragen.

„Nitrat gehört mit zu den größten globalen Umweltproblemen, die unsere Lebensgrundlage langfristig zerstören. Das betrifft einerseits unsere Gesundheit über Luft, über Wasser. Das betrifft die Stabilität unserer Ökosysteme als Lebensgrundlage. In Deutschland beispielsweise ist schon ein Drittel der Grundwasserkörper von einem Nitrat-Problem belastet. Die Überdüngung bedroht die Artenvielfalt. Wildblumen verschwinden und mit ihnen Insekten und Vögel. Brennnesseln machen sich breit.

Und zu viel Nitrat im Wasser kann auch für Menschen gefährlich werden. Es verändert unseren roten Blutfarbstoff. Der kann dann keinen Sauerstoff mehr transportieren. Wir kommen also in einen Sauerstoffmangel.

Das zweite ist, dass Nitrat mit Bestandteilen der Ernährung einen krebserregenden Stoff erzeugen kann. Es lässt sich statistisch in Dosis-Effekt-Beziehungen belegen – wie erhöhte Krankenhausaufnahmen, prognostizierte kürzere Lebenszeiten, erhöhte Erkrankungszahlen.“

Paul Kröfges, BUND Nordrhein-Westfalen:

„Wir haben das Problem, dass landesweit um die 40 Prozent der Grundwasservorräte mit Nitrat extrem belastet sind.“

Trotzdem wurde dort nun eine neue, große Schweinemastanlage genehmigt.

Import aus den Niederlanden

Wir haben ja bereits viel zu viel Gülle und wissen nicht wohin damit! Trotzdem kommt auch noch Gülle aus den Niederlanden nach Deutschland. Dort ist die Ausbringung nämlich reguliert und in diesen Mengen verboten. Und so fahren täglich unzählige Gülle-Transporter über die Grenze. Mehr als 1,4 Millionen Tonnen Gülle aus Holland landeten in gut anderthalb Jahren auf Feldern in Nordrhein-Westphalen.

Die Regierung scheint das Nitrat-Problem zu ignorieren. Denn das ist schon seit 2013 bekannt. Seit diesem Jahr führt die EU ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Deutschland.

Im Mängelbericht wird angeklagt: „Deutschland hat die höchsten Nitratkonzentrationen in der EU, die niedrigste Dichte an Messstellen, meldet keine oder nur unvollständige Daten und hat zahlreiche Ausnahmeregelungen.“

Einige Wasserwerke müssen nun bereits aufwändige Filteranlagen bauen, um eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser noch garantieren zu können. Man verbaut dort komplexe Hochleistungsfilter die nach dem Umkehrosmoseverfahren arbeiten. Dies ist natürlich teuer und wird auf die Bewohner umgelegt.
Nur die wenigsten Wasserwerke bauen solche Filtersysteme in ihr Netzwerk, können das finanziell leisten.

Was können Sie tun? Mit der oben genannten Technologie können aber auch Sie sich schützen: Water4Life empfiehlt schon lange IdealWater Trinkwassersysteme.

 

Weitere Informationen

netzfrauen.org
blog.campact.de
water4life.info